Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten

Handlungsmöglichkeiten und Ansprechpartner in einer Auseinandersetzung

Handlungsmöglichkeiten und Ansprechpartner in einer Auseinandersetzung mit der Kranken- oder Pflegekasse

Patientinnen und Patienten, deren Antrag auf eine bestimmte Maßnahme abgelehnt wurde, sollten zunächst das Gespräch mit der Kranken- oder Pflegekasse suchen und dabei genau darlegen, warum eine beantragte Maßnahme benötigt wird. Möglicherweise liegen dem Leistungsträger noch gar nicht alle Informationen vor, die für eine Entscheidung benötigt werden.

Lässt sich unmittelbar mit der Kranken- oder Pflegekasse keine zufriedenstellende Lösung erzielen, stehen Patientinnen und Patienten zur Überprüfung der Entscheidungen in der Regel Widerspruch und Klage offen. Wie Sie Widerspruch einlegen können, sollte sich unmittelbar aus dem Bescheid der Kranken- oder Pflegekasse ergeben. Falls der Bescheid dazu keine Angaben enthält, steht Ihnen für Fragen dazu aber auch Ihre Kranken- oder Pflegekasse unmittelbar zur Verfügung.

Wenn ein Widerspruch zurückgewiesen wurde, steht Ihnen in der Regel die Möglichkeit der Klage vor dem Sozialgericht zur Verfügung. Die Klage vor einem Sozialgericht ist für Leistungsempfänger und Personen, die auf eine Leistung klagen, grundsätzlich kostenfrei. Ihre Erhebung ist durch ein einfaches Schreiben möglich. Man kann aber auch zum Sozialgericht gehen und dort die Klage aufnehmen lassen. Der Urkundsbeamte der Geschäftsstelle des Gerichts hilft dann bei der Formulierung der Klage. Man benötigt hierfür also nicht zwingend einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin.

Daneben können Sie sich unmittelbar an die Aufsichtsbehörde der Kranken- und Pflegekasse wenden. Welche Behörde die Aufsicht über Ihre Kranken- und Pflegekasse führt, können Sie unmittelbar bei der Kranken- und Pflegekasse erfragen.

 

Handlungsmöglichkeiten und Ansprechpartner in einer Auseinandersetzung mit der privaten Krankenversicherung

„In einer Auseinandersetzung mit der privaten Krankenversicherung kommen neben den Gerichten insbesondere die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und der PKV-Ombudsmann als mögliche Ansprechpartner in Betracht.

Der PKV-Ombudsmann ist zuständig für die Schlichtung von Streitigkeiten zwischen privaten Kranken- und Pflegeversicherungsunternehmen, soweit diese Mitglieder im Verband der privaten Krankenversicherung e.V. sind, und ihren Versicherten. Nach seinem Statut bearbeitet der PKV-Ombudsmann Beschwerden jedoch unter anderem dann nicht, wenn die gleiche Streitfrage bereits von einem Gericht, einer anderen Schiedsstelle oder der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht behandelt wird oder wurde. Sie erreichen den PKV-Ombudsmann unter folgender Anschrift:

Ombudsmann Private Kranken- und Pflegeversicherung

Postfach 06 02 22

10052 Berlin

Tel.: 0800 – 2 55 04 44

Fax: 030 - 20 45 89 31.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist die Aufsichtsbehörde der privaten Kranken- und Pflegeversicherungsunternehmen. Sie erreichen die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unter folgender Anschrift:

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

Graurheindorfer Str.108

53117 Bonn.

Tel.: 0228 - 4108 - 0

Fax: 0228 - 4108 - 1550.

 

Unabhängige und kostenfreie Beratung in gesundheitlichen und gesundheitsrechtlichen Fragen

Die Unabhängige Patientenberatung (UPD) berät Bürgerinnen und Bürger qualitätsgesichert in gesundheitlichen und gesundheitsrechtlichen Fragen – egal, ob sie gesetzlich, privat oder nicht krankenversichert sind. Für die Beratung stehen geschulte Experten, etwa Rechtsanwälte, Ärzte, medizinische Fachkräfte oder Sozialversicherungsfachangestellte, zur Verfügung. 

Die UPD versteht sich als Wegweiser und Lotse durch das deutsche Gesundheitssystem. Sie beantwortet z. B. Fragen zu Patientenrechten, Kassenleistungen, Behandlungskosten oder Therapiemöglichkeiten. Auch wenn Sie über eine Patientenverfügung, eine Betreuungsverfügung oder eine Vorsorgevollmacht nachdenken, können Sie sich an die Beratung wenden. Die UPD bietet Ihnen darüber hinaus Rat bei Auseinandersetzungen mit Ärzten oder Krankenkassen und Hilfe, wenn Sie z. B. nach einer geeigneten Selbsthilfegruppe oder einer Klinik in Ihrer Region suchen.

Die UPD wird gemäß §65b SGB V vom Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) gefördert. Die Vergabe der UPD-Fördermittel wird seit Inkrafttreten des GKV-Finanzstruktur – und Qualitätsweiterentwicklungsgesetzes für eine Laufzeit von jeweils sieben Jahren ausgeschrieben. Die aktuelle Förderperiode hat am 1. Januar 2016 begonnen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite www.patientenberatung.de. Dort besteht auch die Möglichkeit, sich auf einer verschlüsselten Online-Beratungsplattform beraten zu lassen.

 

Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD)

Tempelhofer Weg 62
12347 Berlin

Beratungstelefon auf Deutsch: 0800 / 0 11 77 22

Beratungstelefon auf Türkisch: 0800 / 0 11 77 23

Beratungstelefon auf Russisch: 0800 / 0 11 77 24

Das Beratungstelefon der UPD ist gebührenfrei aus allen deutschen Netzen.

Fax: 0800 / 33 22 12 24 (gebührenfrei)

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Internet: www.patientenberatung.de