Neues Schutzsystem gegen Arzneimittelfälschungen in Kraft

Bildquelle: securPharm e.V.
Bildquelle: securPharm e.V.



Fälschungen von verschreibungspflichtigen Medikamenten kommen in Deutschland nur sehr selten vor. Dennoch können sie im Einzelfall eine erhebliche gesundheitliche Gefahr für die Patienten darstellen.

"Für die Patientinnen und Patienten ist es daher eine sehr gute Nachricht, dass seit dem 9. Februar 2019 mit der Fälschungsschutzrichtlinie der EU ein neues europaweites Schutzsystem in Kraft getreten ist", informiert die Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Frau Prof. Claudia Schmidtke, MdB. Neu hergestellte Verpackungen von verschreibungspflichtigen Medikamenten müssen zukünftig zwei zusätzliche Sicherheitsmerkmale aufweisen: einen Erstöffnungsschutz und eine individuelle Packungsnummer, mit der Apotheken und Kliniken die Echtheit der Verpackung direkt vor der Abgabe an die Patienten prüfen. Erst nach erfolgter Überprüfung mithilfe einer europaweiten Datenbank darf ein Medikament abgegeben werden. Zeigt die Prüfung Probleme an, bekommen die Patienten eine andere Schachtel des Medikamentes ausgehändigt. Über das europaweite System lässt sich dann zurückverfolgen, wie die gefälschte Verpackung in die legale Lieferkette gelangen konnte.

"Das bedeutet für die Patientinnen und Patienten mehr Transparenz und einen noch effektiveren Schutz vor gefälschten Arzneimitteln", ist Prof. Schmidtke sich sicher und erklärt weiter: "Die Umstellung bedeutet allerdings auch einen erheblichen Aufwand - insbesondere für die Apothekerinnen und Apotheker. Zudem dürfen auch noch alle Arzneimittel, die vor dem 9. Februar 2019 produziert wurden, bis zum Ablauf ihres Verfallsdatums abgegeben werden. Zum Start sind gewisse Anlaufschwierigkeiten daher nicht völlig auszuschließen. Ich bin aber davon überzeugt, dass das neue Schutzsystem einen wichtigen Beitrag für die Patientensicherheit leisten wird."

In Deutschland wird das neue europäische Schutzsystem von der Organisation securPharm e.V. umgesetzt. Diese wird von einem Konsortium der Pharmaverbände BAH, BPI und vfa, dem Großhandelsverband PHAGRO und der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände getragen.

Eine "Patienteninformation: Wie schützt mich securPharm vor gefälschten Arzneimitteln?" stellt die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände unter hier als PDF-Dokument zur Verfügung.

Ausführliche Informationen sind auf der Themenseite der ABDA und auf der Internetseite von securPharm e.V. zu finden.