Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten

Fragen & Antworten zu Leistungen der Pflegeversicherung

Welche Leistungen kann ich in der häuslichen Pflege beziehen?
Die Pflegeversicherung umfasst verschiedene Leistungen, um die Pflege zu Hause zu ermöglichen und zu erleichtern. Grundsätzlich erhalten Pflegebedürftige Pflegesachleistungen und/oder Pflegegeld. Pflegesachleistungen werden etwa durch ambulante Pflegedienste erbracht, die grundpflegerische Tätigkeiten wie zum Beispiel Körperpflege, Ernährung und Medikamentengabe übernehmen. Das Pflegegeld dient der finanziellen Anerkennung von pflegenden Angehörigen und ehrenamtlich pflegenden Personen. Voraussetzung ist, dass die häusliche Pflege selbst sichergestellt wird. Das Pflegegeld wird von der Pflegekasse direkt an die oder den Pflegebedürftigen überwiesen. Diese bzw. dieser kann über die Verwendung grundsätzlich frei verfügen und an die versorgenden und betreuenden Personen weitergeben. Darüber hinaus werden die Kosten für Pflegehilfsmittel (zum Beispiel Pflegebett, Notrufsystem, Einmalhandschuhe oder Betteinlagen) von der Pflegeversicherung übernommen, wenn keine Leistungsverpflichtung der Krankenkasse besteht. Auch besteht die Möglichkeit, Zuschüsse für die nötige Anpassung der Wohnung (zum Beispiel barrierefreies Bad) zu beziehen. Die Kosten für die medizinische Versorgung des Pflegebedürftigen zu Hause wie etwa Verbandswechsel (sogenannte häusliche Krankenpflege) werden in der Regel von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.

 

 

 

Was muss ich grundsätzlich über die vollstationäre Versorgung wissen?
Vollstationäre Pflege in Pflegeheimen wird geleistet, wenn eine häusliche oder teilstationäre Pflege nicht (mehr) möglich ist. Entsprechend der jeweiligen Pflegestufe zahlt die Pflegekasse dabei einen pauschalen Sachleistungsbetrag an das Pflegeheim (sog. "Pflegesatz"). Bei vollstationärer Versorgung muss die oder der Pflegebedürftige den Anteil der Kosten übernehmen, die über den Leistungsbetrag der Pflegeversicherung hinaus für Pflegeleistungen entstehen. Außerdem muss der Pflegebedürftige die Kosten für Unterbringung und Verpflegung, die Investitionskosten und die eventuell anfallenden Kosten für besondere Komfortleistungen selbst tragen.

Einen Überblick über die zugelassene Pflegeheime in Ihrer Region geben die Leistungs- und Preisvergleichslisten, die Ihnen die Pflegekassen kostenfrei zur Verfügung stellen.

Wo kann ich meinen Heimvertrag rechtlich überprüfen lassen?
Heimverträge und generell alle Verträge, bei denen die Überlassung von Wohnraum mit der Erbringung von Pflege- und Betreuungsleistungen verbunden wird, müssen den Vorschriften des Wohn- und Betreuungsvertragsgesetzes (WBVG) entsprechen. Informationen zum Gesetz finden Sie auf der Webseite des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: (http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/aeltere-menschen,did=129296.html). Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband sowie die Verbraucherzentralen in den Ländern bieten durch umfassende Informationen und Beratung zu Verträgen, die dem WBVG unterfallen, Unterstützung an (http://www.vzbv.de/wbvg.htm).

Welche Möglichkeiten der teilstationären Versorgung gibt es?
Als teilstationäre Versorgung wird die zeitweise Betreuung in Pflege- oder Altenheimen bezeichnet. Diese ist beispielsweise nötig, wenn pflegende Angehörige zu einer bestimmten Tageszeit berufstätig sind. Dementsprechend kann die teilstationäre Pflege als Tages- oder Nachtpflege konzipiert sein. Dabei übernimmt die Pflegekasse die Pflegekosten, die Aufwendungen der sozialen Betreuung, die Kosten der medizinischen Behandlungspflege sowie die notwendige Beförderung des Pflegebedürftigen von der Wohnung zur Einrichtung und zurück. Die Kosten für Verpflegung müssen dagegen privat getragen werden. Leistungen der Tages- und Nachtpflege können mit anderen ambulanten Sachleistungen und/oder dem Pflegegeld kombiniert werden.

Was steckt hinter den Leistungen der Kurzzeitpflege und der Verhinderungspflege?
Oftmals sind Pflegebedürftige nur für eine begrenzte Zeit auf vollstationäre Pflege angewiesen. Typische Situationen hierfür sind etwa Urlaubsreisen pflegender Angehöriger oder der Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt. Pflegebedürftige haben in diesem Fall Anspruch auf Kurzzeitpflege in entsprechenden stationären Einrichtungen. Die Leistung der Pflegeversicherung für die Kurzzeitpflege unterscheidet sich betragsmäßig nicht nach Pflegestufen, sondern steht unabhängig von der Einstufung allen Pflegebedürftigen in gleicher Höhe zur Verfügung. Beim Anspruch auf Verhinderungspflege wird demgegenüber die Pflege auch weiterhin zu Hause sichergestellt –  und zwar durch Pflegepersonen, die den Pflegebedürftigen seit mindestens sechs Monaten in seiner häuslichen Umgebung gepflegt haben.

Welche besonderen Leistungen gibt es für demenziell erkrankte Menschen?
Demenzerkrankte, bei denen nicht die Pflegestufen I, II oder III festgestellt worden ist, können in die sogenannte „Pflegestufe 0“ eingestuft werden. In diesem Fall zeigt die Begutachtung eine erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz, bei der die betroffenen Personen zwar einen Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung haben, jedoch nicht die Voraussetzungen für eine Einstufung in eine der drei anderen Pflegestufen erfüllen. Sie haben dadurch ebenfalls einen klar festgelegten Anspruch auf Pflegegeld oder Pflegesachleistungen. Dazu kommen Leistungen der „Häuslichen Betreuung“, bei denen demenziell erkrankte Menschen etwa Hilfen beim Spazierengehen oder Vorlesen erhalten. Auch Kosten für zusätzliche Betreuungsleistungen in Höhe von bis zu 100 oder 200 Euro monatlich werden übernommen. Dieser Betrag ist zweckgebunden und dient der Erstattung von Aufwendungen für die Inanspruchnahme zusätzlicher, von den Bundesländern anerkannter Betreuungsleistungen.